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Aktionen

1986

Ich wusste, dass in Österreich die Sprache völlig anders war als ich es gewohnt war, ebenso das Essen, die Höhe, die Flora und Fauna, die Getränke, die Musik, das Klima, die Gesetze, die Kultur, das Verhalten der Menschen u. v. a., aber „diese Kleinigkeiten“ konnten mich nicht aufhalten. Deshalb flog ich, ohne jemanden zu kennen, alleine nach Europa. Die Tänzer meiner Gruppe und die Tänzer unseres Tanzchefs verabschiedeten mich am Flughafen. Es war das erste Mal, dass Trommeln und Muschelhörner im Flughafengebäude gespielt wurden!

Zuerst kam ich in Frankfurt an und fuhr mit dem Zug weiter nach Wien. Alles war mir fremd, der Ansturm der Menschen, die hektisch rannten oder gingen. Die Mikrofone am Flughafen und am Bahnhof sagten den Leuten häufig, sie sollten ihre Koffer nicht allein lassen, weil es Diebe gab, die sie jederzeit mitnehmen konnten. Lange Schlangen, um Tickets zu kaufen, und es gab viele, viele Geschäfte überall und aller Art. Was für eine Erleichterung, dass ich Deutsch sprach. Einige von ihnen verstand ich jedoch nicht gut und als sie miteinander sprachen, verstand ich fast nichts, was mich ein wenig beunruhigte. Ich habe später herausgefunden, dass es daran liegt, dass in Deutschland und Österreich viele verschiedene Dialekte gesprochen werden, wie Schwäbisch oder Bayrisch.


Sofort nach meiner Ankunft in der Stadt Wien ging ich zum ethnologischen Museum, um zum ersten Mal unsere heilige Federkrone zu sehen, genannt UEYI KOPILLI KETZALLI oder sehr verehrte kostbare Krone. 

Unsere Krone aus Federn und Gold befand sich in einer Glasvitrine ohne besonderen Schutz. Ein Wachmann war immer bei mir und ging während der mehr als 2 Stunden, die ich dort blieb, nie von mir weg.

Gemäß der Tradition kniete ich nieder, als Zeichen großen Respekts. Denn nach dem, was ich gelernt hatte, stellte die Kopilli Ketzalli nicht nur ein wichtiges Objekt dar, sondern auch die wirkliche Präsenz desjenigen, dem sie gehörte, nicht mehr und nicht weniger als den aztekische Kaiser selbst: Motekuhzoma, genannt auf Spanisch: "Moctezuma" und auf Deutsch "Montezuma". Antonio Vivaldi nannte ihn in seiner Oper sogar: Motezuma.

Er war übrigens kein "Kaiser" oder "König". Die Position, die Montezuma hatte, wird in der aztekischen Sprache genannt: Ueyi Tlahtoani. Das bedeutet: "Der große Ehrwürdige, der für andere spricht". Vom hoechsten Ueyi Tlahtokan ernannt, auf deutsch: ehrwürdiger Ältestenrat. Achtung: Die Gesetze wurden von den Ältesten erlassen, der Tlahtoani verkündete sie.

Meine Lebensmission hatte begonnen...

1987

Direkt vor dem Museum, in dem sich unsere Krone befand, führten wir mit 13 Personen einen Hungerstreik durch – 40 Tage lang!

Noch nie war so etwas in Österreich geschehen! In ihrem eigenen Land und in ihrer eigenen Sprache sagte ich ihnen, sie sollten nach Mexiko zurückgeben, was ihnen nicht gehörte: unsere heilige Federkrone!

Tag und Nacht blieben wir vor dem Museum und informierten Österreicher und Touristen in Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch über die Gründe für unsere Tänze und den Hungerstreik. Darüber hinaus machten wir mit Informationsblättern in verschiedenen Sprachen und großen Plakaten, Postern und sogar mit Mikrofonen unser Anliegen bekannt.


1988 – 1990

In jedem Jahr kam ich nach Österreich zusammen mit mehreren traditionellen Tänzern. Ich organisierte JEDES JAHR mindestens EINEN internationalen Marsch durch Wien! Wir blieben bis 10 Monate lang in Europa, und immer mehr Menschen wussten über meine Mission Bescheid.


1991

In Mexiko gründete ich den Kulturverein: Yankuik Anahuak („Erneuertes Mexiko“). Ich dachte, dass wir auf diese Weise mehr Unterstützung finden würden, sowohl in Mexiko als auch im Ausland. Aber es war nicht so, da diejenigen, die Kultur unterstützten, sagten, dass ich Politik mache und diejenigen, die Politik machten, sagten, dass ich Kultur mache. Wie kann man das verstehen?

Ein sehr guter Mann namens Benjamín Laureano Luna war Präsident einer mexikanischen Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Mexiko-Stadt. Er war so freundlich, mich ohne Bezahlung zu seinem Arbeitsteam einzuladen. Und er gab mir eine Position: „Entsandter nach Europa und zu den Vereinten Nationen zur Förderung und Rettung des mexikanischen Kulturerbes.“ Dieser Titel war mir sehr willkommen, aber ich musste alle Kosten selbst bezahlen und meine wirtschaftliche Situation war bereits prekär.  Damit hatte ich zusätzliche Kosten, aber vielleicht auch mehr Möglichkeiten. Ich habe das Amt angenommen, WOW. Und im selben Jahr begann ich, bei den Vereinten Nationen  zu sprechen und meine Vorschläge zu unterbreiten. Zum ersten Mal war ich in Genf und hielt meinen Vortrag auf der großen Versammlung von 10 aufeinander folgenden Tagen zum Thema „indigene Völker“.

 

In diesem Jahr war es sehr schwierig für mich, da es bei der UNO von 9 Uhr morgens bis 18 Uhr nachmittags dauerte und währenddessen 10 meiner Leute irgendwo auf der Straße tanzen mussten, um Geld zu verdienen. Schließlich mussten wir eine Unterkunft und Verpflegung bezahlen.

Im selben Jahr fand ich Leute in Österreich, um den Schwesterverein zu gründen: Yankuik Anahuak Österreich. Auf diese Weise konnte ich Genehmigungen vereinfachen und musste nicht so viel dafür bezahlen.

Bei den Vereinten Nationen

Bei einer der vielen Gelegenheiten, bei denen ich die Krone besuchte, war der Scheinwerfer einer Lampe innerhalb ihrer Glasvitrine defekt und deshalb geschmolzen. Ein Wachmann, den ich schon kannte, bemerkte es und öffnete einfach die Vitrine, änderte den Fokus der Lampe und schloss die Vitrine wieder. Einfach so.

Es ist wichtig, nicht zu vergessen, dass die Österreicher gar nicht wussten, um was es sich bei dem Stück eigentlich handelt, und schon gar nicht, wie damit umzugehen war. Zum Beispiel wurden viele der reinen Goldplättchen gegen Bronze- oder Messingstücke ausgetauscht.

Viele Leute nennen unsere heilige Krone "Penacho" („Federbusch“), aus Unwissenheit oder aus Verachtung. Viele wiederholen nur das Wort, ohne die Bedeutung zu kennen. Das Wort "Penacho" stammt ursprünglich von dem britischen Wort „penna“ = Feder. Dieses Wort wurde später in Latein verwendet und jetzt auch in Italienisch und Französisch. Auf "Spanisch" wird gesagt: Pena-Cho, "Italienisch": Penna-Chio, "Französisch": Pena-Ch, und bedeutet „Feder“ = Zierfedern oder Federbusch. Es ist NICHT "lateinisch" oder "spanisch", es ist britisch.

Auf Deutsch sagt man auch "Kopfschmuck". Ich glaube, dass diese Bezeichnung die große Bedeutung, die unsere Kultur hatte und hat, wegnehmen soll. Es ist der Versuch, sie herabzusetzen, so wie die Spanier mit Wut, Hass und Neid alles zerstört,  haben, was sie gar nicht kannten. Aber sie nannten sich "zivilisiert", und uns "Wilde".  

Auf den Fotos rechts sehen Sie Beispiele für "Federbüsche". Mit unserer Krone hat das absolut gar nichts zu tun!


Der Reichtum eines Volkes ist seine Kultur und nicht sein Geld. Die mexikanische Kultur hat nichts mit der österreichischen zu tun, da sich beide in praktisch allem völlig unterscheiden, so wie die chinesische und die iranische Kultur. Unsere mexikanischen Objekte sind Österreichern völlig fremd und haben nichts in Österreich zu suchen!

Anstatt unsere heiligen Gegenstände zu behalten, sollten sie genug Platz schaffen für ihre eigenen, da die meisten Österreicher fast nichts über ihre Vergangenheit wissen! Von den Kelten oder den Druiden zum Beispiel. Unsere Kultur zu benutzen, um selbst Kultur zu haben, ist absurd! Das nennt man „sich mit fremden Federn schmücken“.


1992

„Gerechtigkeitsmarsch anlässlich 500 Jahre Ungerechtigkeit“!  

Ein 104-tägiger Marsch durch Österreich, mehr als 3.000 km mit 120 Tänzern aus 9 ethnischen Gruppen und etwa 20 europäischen Teilnehmern!

Wie habe ich 120 Flugtickets bezahlt? Wo sollten wir schlafen? Wie sollten wir 2-3-mal täglich essen? In Dänemark kaufte ich einen LKW für 45 Personen, einen weiteren Bus in Deutschland für 35 Personen, 4 Transporter für 9 Personen und ein Auto mit großem Anhänger. Das war für den Moment genug.

Beim Zoll hatten wir viele Probleme, da sie sich sehr um uns "kümmerten", oft brachten sie sogar Hunde mit, um zu überprüfen, ob in unserm Gepäck Drogen seien. Wir mussten sogar unsere Federschilde und Muscheln verstecken, und das war gar nicht einfach.

 


Ich musste auch oft für zusätzliches Gepäck bezahlen, da wir Kleidung, große Trommeln, schweres Kunsthandwerk, Bücher usw. mit uns führten. Wir hatten Probleme aller Art und das ganze kostete ein Vermögen! Aber die nationale und internationale Presse war anwesend und sogar die NBC und ABC von England auf Spanisch waren zu Beginn und am Ende unserer Tour anwesend. Zum ersten Mal in der österreichischen Geschichte haben wir in Wien original aztekische Tänzer getanzt! Die großen handgeschnitzten Holztrommeln waren etwa 8 Blocks entfernt zu hören, und der Klang der Muschelhörner war majestätisch, da sie mit Hilfe der Wände der Gebäude immer lauter zu hören waren. Es war für viele ein wahrhaft "exotisches" Ereignis.



1993

Nach dem Marsch 1992 durch Österreich, durch den ich viele Schulden hatte, kehrte ich wieder nach Europa zurück, diesmal mit 40 mexikanischen Tänzern wie: Azteken, Totonaken und Mayas. In diesem Jahr reisten wir in verschiedene Länder Europas, um Unterstützung zu suchen, aber hauptsächlich, damit Europa und die Welt durch die internationale Presse von unserer Forderung an Österreich erfuhren: die Rückgabe unseres Erbes, die Krone von Montezuma.

Wir begannen unsere Europatour und machten wie immer eine Kundgebung vor dem Museums, in dem sich unsere Federkrone befindet, nachdem wir sie besucht hatten, um ihr unseren größten Respekt zu zeigen.

Ich hatte immer noch die Schlafsäcke aus dem Vorjahr und 9 Tipis oder Zelte mit ihren langen und schweren Baumstämmen von 7 Metern Länge, mit denen das Zelt angehoben und gedehnt wurde. Wir brauchten einen großen LKW, um alles zu transportieren. Unsere österreichischen und deutschen Vereine haben uns geholfen, Hotels, Pensionen, Herbergen und dergleichen zum Schlafen zu finden. 20 Zimmer in einem Hotel zu mieten ist nicht einfach, alles andere als billig, und das musste ich jeden Tag tun. Es ist auch schwierig, mit 40 Personen gleichzeitig in Restaurants zu essen, vor allem, wenn ich alles übersetzten musste. So habe ich selbst oft nicht gegessen, weil ich einfach keine Zeit dazu hatte.

Hier nur einige der Persönlichkeiten, mit denen ich sprechen konnte:

- mit der niederländischen Königsfamilie, der ehemaligen Königin Juliana und ihrer Tochter, Prinzessin Irene, sowie ihrem Vater, Prinz Philipp, der trotz einer Krankheit anwesend war

- mit dem Bürgermeister von Amsterdam

- mit dem Bürgermeister von Oslo

- mit dem Bürgermeister von Stockholm

- mit Papst Johannes Paul II im Vatikan

- mit dem Dalai-Lama, ich habe ungefähr acht Mal mit ihm gesprochen, da ich ihn bei der UNO traf

 

Ex-Königin Juliane von Holland

Prinz Bernhard von Holland

Bürgermeister von Oslo

 

Im Vatikan

Mit dem Dalai-Lama

 

Wir haben Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Ungarn, Spanien, Liechtenstein, San Marino, die Schweiz, Portugal, Griechenland und Jugoslawien bereist, in 104 Tagen, genau wie im Vorjahr. Es waren immer 104 Tage, weil das in der  aztekischen Kultur ein Jahrhundert bedeutet, 8 mal 13. Zahlen sind für die Azteken und andere Völker sehr wichtig.

Nach unserem Marsch durch 13 Länder mit vielen Schwierigkeiten kamen wir glücklicherweise pünktlich zurück nach Wien.

Der Tag begann wie immer in den Gebäuden der Vereinten Nationen, genannt UNO CITY.

Als wir dort los marschierten stellte ich fest, dass wir diesmal nicht von der regulären Polizei begleitet wurden. Es handelte sich um Elite-Polizisten, die uns während des gesamten Marsches von etwa 7 oder 8  Kilometern begleiteten, obwohl wir alle Genehmigungen hatten und nicht das erste Mal da waren.

Als wir vor dem österreichischen Parlament ankamen, begannen wir unsere Tänzen, so wie wir es zuvor etwa zehnmal getan hatten, in Frieden und ohne Probleme, mit allen erforderlichen Genehmigungen, die die gleiche Polizei uns zur Verfügung gestellt hatte! Als wir weiter zum Museum gingen, um unseren jährlichen Marsch dort zu beendeten, bemerkte ich, dass es noch mehr Elitepolizisten gab in dicker Plastikkleidung, mit Helmen und Schilden, um sich zu schützen. Plötzlich umgaben uns ungefähr 80 Polizisten und wollten uns nicht weiter ins Museum lassen. Ich widersprach und sagte ihnen, dass sie uns den Durchgang nicht versperren könnten. Sie hielten uns etwa 30 Minuten lang zurück und ließen uns dann weiter zum Museum gehen, das etwa 400 m vom Parlament entfernt ist. Als wir dort ankamen, gab es vor dem Museum zwei geschlossene Linien mit etwa 150 Polizisten, die das Museum bewachten.



Überrascht sagte ich ihnen durch das Mikrofon, dass wir in Frieden kommen und dass wir immer auf das Museum und die Krone achten. Wir setzen unsere Kundgebung fort und ein verdeckter Polizist in Zivil sagte mir gegen 18:30 Uhr, dass wir nun gehen sollten.

Ich war nicht einverstanden, denn wir hatten die Erlaubnis bis 22 Uhr. Zehn Minuten später kehrt er mit zwei anderen verdeckten Polizisten zurück und sagt: Wenn wir den Ort nicht innerhalb von 5 Minuten verlassen, werden sie uns alle verhaften. Aber warum? Ich fragte ihn und ohne jede Erklärung sagte er mir noch einmal: In 5 Minuten beginnt die Verhaftung. Ich sagte sofort zu meinen Jungs, alle sollen sich setzen, wir werden uns nicht verteidigen oder die Polizei schlagen, wir bleiben einfach sitzen und warten. Ich ging ein wenig hin- und her und sah deutlich Dutzende anderer spezieller Bereitschaftspolizisten, alle mit Schildern, Helmen, langen Stiefeln und Schlagstöcken. Ich verstand nicht, was geschah, aber ich musste vor allen sein, weil ich der Anführer war. 5 Minuten später wurde es gefährlich, als Hunderte von Polizisten vor und hinter uns bereit waren, uns mit Gewalt festzunehmen. Die Polizei hatte ein Mikrofon und ich hatte ein anderes, mit dem ich allen erzählte, dass wir keine Konfrontation und keinen Kampf suchten und nie etwas zerstört oder beschädigt hatten. Wir wollten nur in der Nähe unserer Federkrone sein und die erforderlichen Genehmigungen hatten wir dafür, und das war kein Verbrechen.

Es war bizarr, diese Szene zu sehen, da wir fast nackt waren, weil wir Tanzkleidung trugen und die meisten von uns keine Schuhe an hatten, weil wir barfuß tanzten. Wir hatten keine Waffen und unsere Arme waren ebenso nackt wie unsere Beine, während sie so gekleidet und bewaffnet waren, dass es den Anschein hatte, als wären wir bewaffnete Terroristen oder Drogenhändler.

Nach 5 Minuten schloss sich der Polizeikreis um uns und sie kamen immer näher auf uns zu, während wir alle um Kraft zu tanken im Sitzen das Lied ¡Viva México! sangen.

Sie verhafteten 2 Mädchen im Alter von 7 und 9 Jahren, Frauen, Jugendliche und auch Männer. Sechs Polizisten verhafteten mich. Sie legten mir Handschellen an und brachten 27 von uns ins Gefängnis, 13 ließen sie draußen zurück, ohne Schutz.

Ob Sie es glauben oder nicht, 300 Polizisten aus zwei österreichischen Elitegruppen genannt: Omega und Oberon haben uns geschlagen und grundlos verhaftet, ohne jede Menschlichkeit.

Unsere 9 Tipis oder Zelte wurden zerstört und 150.000 österreichische Unterschriften wurden beschlagnahmt, ebenso wie unsere Plakate.

Wir hatten viele zusätzliche Ausgaben für Anwälte, Flugzeuge, Essen, Transport und Hotels. Ich war jedoch sehr froh, weil ich noch rechtzeitig die lokale Presse anrufen konnte und sie filmten die beschämende Aktion der österreichischen Polizei, so dass in vielen Ländern über die Rückforderung unserer Krone gesprochen wurde. Die ganze Aktion war übertrieben und brutal.

Ich verklagte das Land Österreich und nach vielen Auseinandersetzungen und hohen Anwaltskosten gewannen wir 10 Jahre später die Klage gegen Österreich! 

 

2006

Am 06.05.2006 kam es auf der  Autobahn A-3 bei Frankfurt gegen 1 Uhr morgens zu einem schrecklichen Unfall, der für zehn von uns wie ein Horrorfilm war!

Beim Abschleppen durch den ADAC auf einem viel zu kleinen Anhänger und mit überhöhter Geschwindigkeit wurde unser schwer beladener Ford-Transit zusammen mit allen Insassen umgekippt! Und das obwohl eine Polizeikontrolle den völlig überladenen Abschleppwagen vorher kontrolliert hatte. Sie ließen den ADAC einfach weiter fahren… Unser Ford-Transit war sogar größer als der „Abschleppwagen“ des ADAC!

Das Verhalten vor, während, unmittelbar danach und lange danach bis heute, 15 Jahre nach dem Unfall, halte ich für gesetzwidrig, sehr rassistisch, beschämend, gemein, grausam und vor allem eine echte Tragödie!

Ich war 12 Jahre lang Plus-Mitglied des ADAC.



Wir waren zehn Personen und mit dem ADAC-Fahrer waren es elf, was verboten war, und noch viel mehr, wenn es sich um ein ADAC-Fahrzeug handelt! Außerdem gab es keinen Kindersitz für meine damals 2-jährige Tochter!

Wir waren alle verletzt, ich konnte mich kaum bewegen oder sprechen. Der Fahrer verließ den Unfallwagen, ohne uns zu helfen! 

 

Als der Krankenwagen endlich kam, ließen sie unsere Tochter nicht mitfahren, angeblich weil es keinen Kindersitz gab. Aber eine Liege wäre frei gewesen. Sie versprachen, das Kind mit einem anderen Krankenwagen ins gleiche Krankenhaus zu bringen, aber das taten sie nicht. Unsere Tochter wurde zu keinem Arzt gebracht, obwohl sie an mehreren Stellen blutete und Glassplitter am ganzen Körper hatte!

Ich und meine Frau wurden im Krankenhaus untersucht und meine Frau bekam eine Notoperation am Ellbogen.

Gegen 04:00 Uhr wollte ich endlich etwas über unsere Tochter erfahren. Der Arzt rief den ADAC und die Polizei an, aber niemand ging ans Telefon, was unglaublich war, da beide 24 Stunden lang erreichbar sein müssen. Um 06:00 Uhr morgens konnte ich das Warten nicht mehr ertragen und bat an der Rezeption, den ADAC und die Polizei nochmals anzurufen, um zu fragen, was mit unserer Tochter passiert war. Wieder gab es keine Antwort, weder vom ADAC noch von der Polizei. Ich hatte keine bessere Idee, ich ließ uns ein Taxi rufen. Wir fuhren zum ADAC-Büro, aber es war völlig dunkel, niemand war da. Ich fragte den Taxifahrer, ob es noch eine andere Adresse gäbe, und er brachte uns zu einer großen ADAC-Werkstatt.


Auch dort war es völlig dunkel, es war niemand da und das Tor war mit Ketten verschlossen. Allerdings, in der Dunkelheit konnte ich unser Auto sehen, es war total zerstört! Was war mit unserer Tochter passiert? Und mit den anderen Insassen? Hat es Todesfälle gegeben? Wo waren alle? Viele Fragen, keine Antworten.

Ich erinnerte mich, dass es in Deutschland an vielen Bahnhöfen ein Büro gab, um Menschen zu helfen, die ein Problem hatten, und ich sagte dem Taxifahrer, er solle uns zum Bahnhof in Aschaffenburg bringen. Als wir ankamen, suchten wir nach der Bahnhofsmission, aber sie war geschlossen, morgens um 6:40 Uhr. Wir konnten uns kaum bewegen, die Schmerzen waren sehr groß und die Klinik hatte uns keine Medikamente gegeben, um die Schmerzen zu lindern. Die Alkoholiker, die am Bahnhof waren, machten sich über uns lustig, da wir Bandagen, zerrissene Kleidung, einen Gipsverband am Arm, Wunden und Blut hatten. Mit vielen Schmerzen hielten wir in der Kälte aus, bis sie um 09:00 Uhr schließlich das Büro öffneten. Eine Dame gab uns eine heiße Suppe und rief den ADAC an, dass er uns abholen soll. Aber die ADAC-Leute haben sich geweigert, uns abzuholen! Was sie hätten tun müssen, schließlich war das vertraglich geregelt!  Die Dame schrieb mir die ADAC-Adresse auf und um 10:30 Uhr morgens verkaufte ich eine Goldkette für 20 Euro, um das Taxi bezahlen zu können, mit dem wir nach 9 Stunden immer noch nach unserer Tochter suchen mussten!

Gegen 11:00 Uhr kamen wir in der ADAC-Werkstatt an, in der sich unser Auto befand, und die hochmütige deutsche Empfangsdame sah uns mit Apathie und Desinteresse an.

Als wir sie nach unserer Tochter fragten, tat sie so, als hätte sie es nicht verstanden. Ein Mechaniker sagte uns, dass es hier einige Indianer gab. Wir gingen ziellos herum, öffneten alle möglichen Türen und riefen nach ihnen. Endlich öffnen wir eine Tür, um ein beschämendes Bild vorzufinden:


In einem schmutzigen Raum mit Motoröl auf dem Zementboden, einem Raum für Mechaniker eben, lag ohne Decke oder Matratzen einer unserer Leute blutend und verletzt auf dem Boden! Auf dem einzigen Sofa, ebenfalls sehr schmutzig, saß eine Frau aus unserer Gruppe mit unserer 2-jährigen Tochter auf dem Schoß, die die ganze Zeit weinte!

Wir erfuhren, dass für die anderen Verletzten keine Krankenwägen mehr gekommen waren!

Sie wurden verletzt und hungrig alle in der Kälte und im Lärm der Autobahn gelassen bis 3:30 Uhr morgens, einschließlich unserer 2-jährigen Tochter! Nachdem die Autobahn gereinigt war, wurden sie in ADAC-Fahrzeugen zur Werkstatt transportiert. Das ist verboten, da der ADAC keine Verletzten transportieren darf!

Aber es fehlten immer noch 5 Personen, 3 von ihnen waren auch verletzt. Wo waren diese Personen?

Gegen 04:00 Uhr morgens wurden sie (4 Mexikaner und eine Deutsche) ohne meine Erlaubnis (ich war das ADAC Plus-Mitglied!) mit einem kleinen ADAC-Mietwagen weiter geschickt, zu unserem etwa 250 Kilometer entfernten Zielort. Verletzt, müde, hungrig und mittellos... Keiner von ihnen wurde zu einem Arzt gebracht!

Wir hatten immense Schäden durch diesen Unfall, gesundheitlich und materiell, und wir haben uns bis heute davon nicht erholt!

Wir haben nur eine minimale Entschädigung bekommen, aber enorme Arztkosten gehabt, unser Auto war ein Totalschaden, dadurch haben wir alle weiteren Termine verloren, unser internationaler Kulturverein musste aufgelöst werden und vieles andere mehr. Wir mussten Deutschland verlassen. Ich habe dadurch sogar meine Aufenthaltsgenehmigung verloren.



Einige Tage nach dem Unfall fand in Wien ein sehr wichtiges politisches Treffen statt. Ein GIPFEL vom 11. bis 13. Mai 2006, an dem der damalige mexikanische Präsident Vicente Fox teilnahm. Ich hätte auch teilnehmen sollen.

Die Presse glaubte, dass Fox offiziell um die Rückgabe unserer Federkrone bitten würde, die entweder zurückgegeben, ausgeliehen oder ausgetauscht werden sollte gegen die goldene Kutsche von Maximilian von Habsburg, dem sogenannten „Kaiser von Mexiko“. Seine Kutsche wird in Mexiko-City aufbewahrt.

Aber Fox forderte die Krone nicht, und ich war nur als Zuschauer dabei. Mehr konnte ich nicht tun, verletzt wie ich war.

Seitdem versuche ich, von Mexiko aus zu tun, was mir eben möglich ist. Aber leider ist das viel zu wenig. In den letzten Jahren ist fast nichts mehr passiert, was unsere Krone betrifft.

Wenn ich nicht dafür kämpfe, tut es niemand. Und meine Lebensmission wird sich nicht erfüllen.

Deshalb ist jede, absolut jede Spende so dringend gebraucht, damit ich meinen Kampf endlich wieder richtig aufnehmen kann!

 



     

 
 
 
 
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